Heute Morgen - Ein Büschel Haare in der Bürste!

Veröffentlicht am

Gesundheit

Seite 1 von 3

Heute Morgen war ein dickes Büschel Haare in meiner Bürste. Nicht nur ein paar, sondern so richtig viele. Da ist mir aufgefallen, dass das in letzter Zeit öfter vorkommt. Ich habe das nur bisher nicht beachtet. Erst heute habe ich, als ich die Haare aus der Bürste gezogen habe, einen richtigen Schreck bekommen. Ich habe mich im Spiegel angesehen und es kam mir so vor, als ob ich weniger Haare habe. Sie sind dick, es fällt nicht so auf. Aber als ich reingegriffen habe, in meine Haare, war ich sicher, dass es so ist. Mein Frisör hat beim letzten Mal Haare schneiden nichts gesagt. Das ist aber auch schon drei Monate her. Ich gehe nicht so oft. Mir fehlt die Zeit und ein Pferdeschwanz ist meistens so praktisch als Frisur, da fällt das gar nicht auf. Marie war schon mit mit Peter auf den Weg in die Schule. Also hatte ich etwas Zeit, bevor ich ins Büro musste. Ich musste daran denken, wie sehr mein Mann meine blonden Haare liebt. Er mag blonde Frauen. Aber er mag keine kurzen Haare. Mir ist mulmig geworden. Was, wenn das jetzt so weiter geht? 

Aber vor allem, was ist das? Ist das normal? Ich habe mal gelesen, dass es Phasen gibt, in denen das einfach passiert. Hat, glaube ich, mit Hormonen zu tun. Aber ich bin nicht schwanger und noch weit von den Wechseljahren entfernt. Ich wüsste nicht, woher das kommen sollte. Kommt es vielleicht daher, weil ich ab und zu ein ein Spray auftrage, damit ich noch hellblondere Strähnen bekomme? Beim Friseur ist mir das zu teuer. Es ist Wasserstoffperoxid drin. Bestimmt kommt da ab und zu was auf die Kopfhaut. Vielleicht schadet das den Haarwurzeln? Aber das machen ganz viele. Die können doch nicht alle Haarausfall bekommen. Was mache ich denn jetzt? Mein Hausarzt kann mir da bestimmt nicht helfen. Meine Frauenärztin? Ich habe keine Ahnung. 

Es war mir nicht bewusst, wie viel meine Haare mit Weiblichkeit zu tun haben

Marie und ich haben ein Ritual. Am Wochenende kämme nicht nur ihr die Haare und probiere neue Frisuren aus, auch Marie darf mich kämmen und mir Zöpfe flechten, die Haare hochstecken, Schmuckspangen ausprobieren. Das dauert oft eine Stunde und wir haben dabei Zeit für uns. Peter lässt uns dabei ganz in Ruhe. Wenn er am Bad vorbei geht,dann lächelt er und sagt liebevoll: "Meine beiden Schönheiten". Neulich hat er uns Kakao gemacht und extra vom Bäcker Teilchen geholt und ins Bad gebracht. Jetzt halte ich dieses Büschel in meiner Hand und habe Angst. Wie sehr Haare einen Einfluss auf mein Gefühl, hübsch und weiblich zu sein, haben, war mir nicht bewusst. Ich habe Angst, dass es erblich ist und Marie eines Tages das selbe Problem hat. Sie hat wundervolles kastanienbraunes Haar. 

Es gibt ja Frauen, die ihre Haare oft färben und tönen. Dauerwellen machen oder sie glätten. Ich benutze nur dieses Spray und das auch nicht oft. Eigentlich nur im Sommer. Das kann ich mir vorstellen, dass die Haare dann so strapaziert werden, dass sie ausfallen. Die ganze Chemie, die Hitze, die Säure. Das tue ich aber nicht. Nur was ist es dann? 

Ist der Haarausfall Zeichen für eine ernste Erkrankung?

Soweit will ich gar nicht denken. Aber wenn ich nichts falsch mache bei der Haarpflege, dann kann es doch sein, dass es ein Symptom für eine Erkrankung ist. Oder sind es mangende Nährstoffe, so wie es bei brüchigen Fingernägeln ist? Hat es dann mit dem Magen oder dem Darm zu tun? Kann es vielleicht passieren, weil man Darmkrebs hat? Der tut ja nicht weh! Mein Hausarzt hat schon vor Jahren gesagt, dass ich eine Magen-Darm-Spiegelung machen sollte. Peter auch. Das habe ich aber nie gemacht, weil ich, wenn ich ehrlich bin, Angst vor Narkosen habe und der Tag Urlaub dafür, den wollte ich nicht nehmen. Das war ein Fehler! Es sind so viele Möglichkeiten und sie machen mir alle Angst. Am liebsten würde ich das alles verdrängen und so tun, als ob ich das Büschel nicht in den Händen halten würde. Aber wegen Marie kann ich das nicht. 

Peter will ich nichts sagen. Irgendwie schäme ich mich. 

Am liebsten würde ich irgendwo eine Liste finden. So wie eine Packliste. Oder einen Notfall-Plan. So in der Art: Sie haben Haarausfall. Dann so ein paar Fragen, zum Ankreuzen. Ergebnis: Dann gehen Sie zuerst zu diesem Arzt. So jemanden, der mich an der Hand nimmt und mir ein Gefühl dafür gibt, was richtig ist. Mir graust so davor, einen Fehler zu machen und den falschen Arzt zu wählen und dann von Pontius zu Pilatus zu rennen und ständig diese Angst auszuhalten und geheim zu halten. Denn ich will meine Familie nicht beunruhigen. Das bedeutet, dass ich die Arzttermine irgendwie verstecken muss. Mit Überstunden erklären muss. Das wird so ein Stress. ich fühle mich so unwohl. Aber jetzt zu Peter zu gehen, mit dem Büschel Haar in der Hand und ihm von meinen Sorgen zu erzählen, das will ich nicht. Was, wenn es einfach vorbei geht, weil so etwas halt passiert? Kann ja sein, dass ich mir umsonst Sorgen mache. 

Jetzt suche ich erst mal im Internet. Ich befürchte aber, dass die meisten Seiten einem irgendwelche Mittel oder Nahrungsergänzungen verkaufen wollen. 

Zurück