Der Atem:
Spiegel unserer Seele - Teil 01

Gesundheit

Atmen tun wir alle – logisch. Aber atmen wir auch bewusst, spüren wir die Kraft des Atems, nehmen wir die enge Verbindung zwischen Atem, Körper, Seele und Geist wahr?

Atmen tun wir alle – logisch. Aber atmen wir auch bewusst?

Aus "Die heilende Kraft des bewussten Atmens"

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Gesundheit

Atmen tun wir alle – logisch. Aber atmen wir auch bewusst, spüren wir die Kraft des Atems, nehmen wir die enge Verbindung zwischen Atem, Körper, Seele und Geist wahr? In ihrem Praxisbuch Die heilende Kraft des bewussten Atmens. Vital, ausgeglichen und entspannt im Alltag zeigt die Yoga-, Meditations- und Achtsamkeitslehrerin Doris Iding mit vielen Übungen, wie wir mit der richtigen Atmung wieder mit unserem Atem und dadurch mit uns selbst in Kontakt kommen.

 

Die Seele atmet durch den Geist,
der Geist atmet durch die Inspiration,
und die ist das Atmen der Gottheit.

Bettina von Arnim

 

Der Atem ist nicht nur ein Verbindungsglied zwischen dem Leben und dem Tod, sondern er dient uns auch als Spiegel für unsere Stimmungen und Gefühle. Mit Redewendungen und Wörtern wie „Mir stockt der Atem“ oder „atemberaubend“ bringen wir zum Ausdruck, wie sehr der Atem sich auf unser emotionales Empfinden auswirkt. Die Wechselwirkungen zwischen Atmung und Gefühlen lassen sich unschwer erkennen.

Zorn und Wut zum Beispiel gehen mit flachem Einatmen und heftigem Ausatmen und daraus folgenden Verspannungen im gesamten Körper einher, die sich insbesondere im Bereich von Brust, Händen, Nacken und Kiefer manifestieren können. Wenn wir von Furcht und Angst ergriffen sind, wird der Atem flach, rasch und unregelmäßig, vielleicht spüren wir dabei auch so etwas wie einen Knoten im Unterbauch. Wenn wir uns Sorgen machen, ist die Atmung oberflächlich und im Bauch ist eine gewisse Leere zu verspüren.

Ungeduld kann sich durch kurzen, stoßartigen und unkoordinierten Atem äußern, vielleicht begleitet von einem Spannungsgefühl im Brustkorb. Wer von Schuld- und Schamgefühlen geplagt wird, wird vermutlich mit schwerem Atem zu kämpfen haben und das Gefühl einer zugeschnürten Kehle verspüren.

Genauso wie uns der Atem auf der körperlichen Ebene darin unterstützen kann, unseren Organismus mit frischem Sauerstoff zu versorgen, kann der Atem uns auch wesentlich darin unterstützen, auf der psychischen Ebene ausgeglichen zu werden. Wenn wir in Situationen, die uns normalerweise vor lauter Angst den Atem verschlagen, tief und bewusst ein- und ausatmen, können wir solche kritischen Situationen bewältigen und möglicherweise sogar genießen. So kann es zum Beispiel passieren, dass ein Mensch von Flugangst geplagt wird und dadurch wunderschöne Landschaften, die er gerade überfliegt, gar nicht bewusst miterlebt. Gelingt es ihm allerdings, sich voll und ganz auf seinen Atem zu konzentrieren, so kann er die Aufmerksamkeit aus dem Kopf – wo die Gedanken der Angst entstehen – wegleiten und die Aufmerksamkeit auf den Brustraum oder den Bauchraum denken. Durch eine solche Umlenkung der Aufmerksamkeit gelingt es uns, immer mehr in den Körper zu kommen und uns nicht ganz und gar von unseren Gedanken bestimmen zu lassen.

Machen wir uns also bewusst, dass der Atem ein Spiegel unserer Seele ist und wir ihn auch gleichzeitig bewusst zur Heilung von alten physischen und psychischen Verletzungen einsetzen können, dann kann er uns dabei helfen, angestaute Emotionen freizusetzen und tiefsitzende unbewusste Blockaden zu lösen.

Lesen Sie in Teil 02 der Kolumne „Der Atem: Spiegel unserer Seele“, warum bewusstes Atmen für unsere Gesundheit so wichtig ist.

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