Robert Amper

Der Heilige Gral
und seine Erben

Sehnsucht

Was für ein Begriff. Mystisch, mächtig. Eine Metapher für alles, das größer, höher als diese Welt ist. Wer den Heiligen Gral findet – wenn man ihn metaphorisch begreift –, der macht das Undenkbare möglich, das Unfassbare wahr.

(Dieser Artikel ist in der MEDIATHEK als Hörbeitrag verfügbar.)

Der Heilige Gral
und seine Erben

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Sehnsucht

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„Ich werde einen runden Tisch bauen. Und eine Halle um diesen Tisch! Und um die Halle ein Schloss...!“

Mit diesen Worten verkündete der - 2015 verstorbene Schauspieler Terry Nigel in der Rolle des König Arthur im Film „Excalibur“ den Bau von Camelot. Er ruft damit die Ritter der Tafelrunde ins Leben. Das war ein gewaltiger Tisch! Ich meine, heutzutage hat man in seinem Wohnzimmer kaum Platz, um zu Silvester mehr als neun Personen an einem Tisch zusammenzubekommen. Und die tragen nicht mal Rüstungen...

An diesem Tisch aber sollte die gesamte Ritterschaft sitzen. Mit König Arthur werden indes auch noch andere Dinge verbunden. Das Schwert Excalibur und natürlich der Heilige Gral. Was für ein Begriff. Mystisch, mächtig. Eine Metapher für alles, das größer, höher als diese Welt ist. Wer den Heiligen Gral findet – wenn man ihn metaphorisch begreift –, der macht das Undenkbare möglich, das Unfassbare wahr.

Abgesehen davon und abgesehen von der Bedeutung des Grals für die Unterhaltungsindustrie: Wer weiß denn heute, was der Heilige Gral wirklich war? Ich bin mir da nicht so sicher…

Der Legende nach wurde das Blut des sterbenden Jesus am Kreuz in einem Becher aufgefangen. Und zwar von einem Mitglied des jüdischen Sanhedrin – sowas wie die oberste Instanz in religiösen Fragen und Belangen des Tempels in Jerusalem. Von einem Mann namens Joseph von Arimatäa. In dem Becher, aus dem Jesus beim letzten Abendmahl getrunken hatte. Seitdem geistert der Heilige Gral - wie der Becher dann genannt wurde - durch sämtliche Mythologien, Legenden, Geschichten, Filme und Comicbücher.

 

Falls Sie jetzt denken „Was für ein Blödsinn! Comic-Hefte...!“ dann liegen Sie falsch. Denn die Geschichte um König Arthur, Excalibur und den Heiligen Gral ist längst Teil der Popkultur. Auch in Comic-Heften...

Es gibt nur wenige Objekte in der Geschichte, die so oft und intensiv gesucht, beurteilt, beschrieben und herbeigewünscht wurden wie eben der Heilige Gral. Verheißt er doch all das Gute im Menschen. Oder sollte ich sagen – für den Menschen? Ewiges Leben, ewiges Glück, ewige Gesundheit, Rückkehr ins Paradies, Kreditkarten ohne Limit, eine Menge Geld, ohne dafür arbeiten zu müssen, allumfassende Liebe und alles, was sich der Mensch im Laufe der Jahrhunderte so gewünscht hat. Wobei die Kreditkarten ohne Limit eine Erfindung der Neuzeit sind. Aber alles andere befeuert die Gedanken und Wünsche der Menschen, seit das Bild des Heiligen Grals zum ersten Mal auftauchte. Aber warum?

Egal, ob es nun der Heilige Gral sein mag, das Grabtuch von Turin, die Lanzenspitze, die Jesus in die Seite gestoßen wurde oder Splitter vom Kreuz, an dem Jesus starb – all diese Dinge erwecken Sehnsüchte. Ob da nun irgendwelche Wissenschaftler mit modernem Gerät anrücken und sagen, dass das Grabtuch von Turin erst viel später gewoben wurde oder die Tischplatte die in einer kleinen englischen Kirche an der Wand hängt und von der so gerne erzählt wird, dies sei die Tafelrunde gewesen – erst gegen 1200 hergestellt wurde... Nix da! Das sind Mythen und Träume. Und die lässt man sich nicht so einfach mit Fakten kaputt machen. Es ist der scheinbare Beweis in der Realität, dass das nicht Reale doch greifbar sein kann. Wahr sein kann. Denn dann kann man daran glauben. Darf man daran glauben. Auch wenn ich es nicht weiß. Denn wenn ich es weiß, dann muss ich es nicht mehr glauben.

Ganz dünnes Eis. Ich weiß. Wenn meine Frau zu mir sagt: Ich liebe Dich, dann weiß ich das! Oder glaube ich es doch eher, weil ich es einfach so will? Übrigens: Ich liebe sie auch. Das weiß ich!

Aber zurück zum Thema. Die Nägel der Kreuzigung Jesu zum Beispiel. Sie gehören zu den bedeutendsten Reliquien des Christentums. Als ich vor einigen Jahren im Mailänder Dom war – da wird einer in einem Tabernakel aufbewahrt –, da bin ich ins Grübeln gekommen. Und – Sie werden es vermuten – habe versucht, mir ein eigenes Bild zu machen.

Wenn ich alle Nägel zusammenzähle, die angeblich von der Jesus Kreuzigung stammen, dann sind das ziemlich viele.Was die wissenschaftlich anerkannte Forschung angeht, wurde bisher genau ein einziger Nagel gefunden, der – beweisbar – von einer Kreuzigung stammt. Das war 1967 im Aushub des Hügels Givat Hamivtar. Dieser Nagel steckt im Fersenbein eines Skeletts. Es war ein Mann namens Jehohanan. So die Inschrift auf dem Ossuarium. Eine Art verzierte Kiste, in der die Gebeine aufbewahrt wurden. Dieser Nagel war eine Sensation, weil es zuvor keine archäologischen Funde von Gekreuzigten gab.

Üblicherweise durften die Hingerichteten damals nicht bestattet werden. Die Körper endeten auf den Müllkippen der Stadt oder als Tierfutter. Die Balken blieben auch nicht übrig, denn Holz war ein seltenes Gut und so wurden auch diese Balken so oft wie nur möglich recycelt. Und die Nägel wurden erst recht weiterverwendet. Eisen war rar! Und die Dinger galten nämlich als Heilmittel für alle möglichen Krankheiten. Der römische Gelehrte Plinius etwa – er lebte von 23 bis 79 nach Christus – empfahl einen in Wolle gewickelten Kreuzigungsnagel als Mittel gegen Fieber. Ich weiß ja nicht! Wenn ich mir vorstelle, ich liege mit 40,5 Grad Fieber im Bett – ob sich da die heilende Schwingung des Herrn Jesus Christus vom Nagel auf meinen von Fieberkrämpfen geschüttelten Körper überträgt? Ich denke mir immer, wenn das möglich ist, dass Jesus Wunder bewirken kann, dann braucht der doch keinen alten Nagel...

In England habe ich ein schönes Sprichwort kennen gelernt. Es lautet: „Wenn man all die Splitter zusammennehmen würde, die angeblich von dem Kreuz stammen, an dem Jesus starb, hätte man im Mittelalter problemlos sämtliche Schiffe der englischen Navy bauen können“. Was das jetzt darüber aussagt, wie echt und authentisch all die Reliquien sind, die so herumgeisterten - dies zu beurteilen überlasse ich ganz Ihnen, liebe Leser.

Aber gehen wir die Sache doch mal von einer anderen Richtung an. Ich habe mir das so zusammengereimt: Jesus von Nazareth war Zimmermann. Wie kann sein Trinkbecher also ausgesehen haben? Wahrscheinlich mehr simpel und einfach, statt prunkvoll und vergoldet. Oder kennen Sie heute einen Zimmermann, der aus einem Becher aus Bergkristall trinkt? Ich nicht …

Sinnigerweise wurde das Bild des einfachen Bechers in einem Film aufgebracht. „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“. Dort heißt es so schön: „Der Becher eines Zimmermanns“. Und so erscheint dort der Gral als einfacher Becher. Keine Diamanten, keine Einlegearbeiten, keine Filzunterlage. Okay – für den filmischen Effekt war das Teil auf der Innenseite goldfarben. Aber eben nur für den Lichteffekt. Der angeblich „echte“ Gral ist eine Schale aus Achat. Er wird in Spanien ausgestellt. In einer Kirche in Valencia. Unter dem Namen „Santo Caliz“. Dazu aber später mehr.

Es gibt aber auch die Theorie, dass der Gral eigentlich ein Mensch war. Da haben wir wieder die Metapher. Nämlich die Theorie, dass Maria Magdalena und Jesus von Nazareth ein Paar waren und ein Kind hatten. Dazu fallen mir zwei Dinge ein: Maria Magdalena wurde erst viel später zur Hure, zur Sünderin gemacht. In den älteren Schriften ist nur von Maria aus Magdala die Rede. Es gibt das sogenannte Philippus Evangelium, in dem es heißt, dass der Erlöser sie mehr liebte als alle anderen und dass er sie oft auf den Mund küsste. Von daher ist das gut vorstellbar. Damals war es nämlich mehr als nur üblich, eine Ehe und Kinder zu haben. Es war eher undenkbar, keine Familie zu haben!

Das Philippus Evangelium hat es zwar nicht in die Bibel – den Kanon – geschafft, aber soviel ich weiß, wurde ohnehin erst im Jahre 325 im Konzil von Nicäa festgelegt, was als Bibel zusammengefasst wird. Abgesehen davon, dass es auch das Evangelium der Magdalena gibt…! Das hat’s natürlich auch nicht in den Kanon – die Bibel – geschafft. Was mich in keinster Weise wundert. Aber das führt jetzt wirklich zu weit.

Und die Geschichte mit dem Zölibat kam ebenfalls erst sehr viel später. Das sogenannte „Enthaltsamkeitszölibat“ wurde nämlich erst um das Jahr 306 etabliert. In der Synode von Elvira in Spanien. Also gut 260 Jahre nach der Kreuzigung! Mehr als genug Zeit, um zu heiraten und Kinder zu haben…

Verschiedene Legenden besagen also, dass Jesus und Maria eine Tochter hatten, die später nach Frankreich kam und dort die Linie der Merowinger begründete. Ich will ja niemandem den Spaß verderben, aber in dem Buch „Sakrileg“ (Englisch: „The Da Vinci Code“) von Dan Brown ist das auch die Auflösung der Geschichte… Und nur zur Information: Dan Brown hat diese Idee nur aufgegriffen. Er hat sie sich nicht ausgedacht. Denn diese Legende gab es schon lange vor Dan Brown.

Hier sieht es aber so aus, dass diese – hypothetische – Tochter in das spätere Frankreich kam, in dem noch nie jemand was von Jesus von Nazareth gehört haben konnte. Denn die ersten schriftlichen Berichte zum Thema Jesus wurden erst lange nach dessen Tod verfasst. Und das nicht mal von Leuten, die ihn persönlich gekannt hatten. Wie sollte das denn dann bitte abgelaufen sein? „Guten Tag. Ich bin die Tochter von Jesus.“ „Angenehm. Ich bin der Sohn von Abronsius…!“ Ende der Unterhaltung. Abgesehen davon gilt die Existenz der Merowinger erst für das 5. Jahrhundert als historisch gesichert. Da fehlen also locker mal 4 bis 500 Jahre…

Aber zurück zum Becher - dem Heiligen Gral. Die erste - und dringlichste Frage, die sich mir hier stellt, ist die: „Wer sollte einen solchen Becher denn aufbewahren und über viele Jahrhunderte hinweg sichern…?“ Es gibt viele Personen der Kirchengeschichte, aber es kam nie jemand auf die Idee, die Kaffeetasse eines Papstes im Tresor einzusperren, weil das Ding tausend Jahre später jemanden interessieren könnte. Warum also sollte dies ausgerechnet mit dem Becher eines Mannes geschehen sein, der als Betrüger und Ketzer hingerichtet wurde? Che Guevara zum Beispiel war auch ein Revolutionär, der viele Anhänger hatte. Trotzdem hat niemand seine Socken für die Nachwelt aufbewahrt. Weiß heute irgendjemand, aus welcher Tasse Konrad Adenauer das letzte Mal getrunken hat? Oder John F. Kennedy seinen letzten Whiskey…?

Was aber auch eine interessante Frage ist: Wieso taucht der Gral immer wieder in Filmen, in Theaterstücken und in Büchern auf? Wie ich zu Beginn schon gesagt hatte, erschien sogar ein Comic mit Arthur, Excalibur und dem Gral. Und zwar schon 1967. In Deutschland. Das war zu einer Zeit, als es den Namen „Comic“ hier noch gar nicht gab. Comic hatten damals den unschönen Namen „Schundhefte“. Ich hatte den Comic mit Arthur und dem Gral als Kind übrigens selber. Deshalb weiß ich das auch so genau.

Jedenfalls hat sich im Lauf der Zeit eine Art medialer Reliquienverehrung etabliert. Die Anziehungskraft macht sich auch an den Kinokassen bemerkbar. Die Menschen können nicht genug davon bekommen. Ich nehme mich da nicht aus. Das bezieht sich aber nicht nur auf den Gral. Denken Sie nur mal an diese alten Monumentalschinken wie „Das Gewand“, „Quo Vadis“ oder „Die 10 Gebote“ . Sogar in „Ben Hur“ begegnete Charlton Heston Jesus. Es gibt Filme, in denen es um Splitter vom Kreuz geht, um das Leichentuch, in dem Jesus beigesetzt wurde, und - natürlich - den Gral.

Ein filmisches Denkmal wurde dem Gral aber durch John Boorman gesetzt. Er drehte 1981 den Oscar nominierten Klassiker „Excalibur“, der auf der Vorlage von Thomas Malory beruht, der das Buch „Le Morte d’Arthur“ im Jahre 1485 schrieb. „Filmisches Denkmal“ deswegen, weil der Regisseur klassische Stücke als musikalische Untermalung wählte, und damit den Film direkt mit den musikalischen Werken von Richard Wagner verband. „Siegfrieds Trauermarsch“ aus der Götterdämmerung als Hauptthema, Einleitungs- und Schlussmusik, das Intro zu „Tristan und Isolde“ als Liebesthema zwischen Lancelot und Guinevere und die Einleitung zu „Parsifal“ als Thema zu eben Parsifal und dem Gral. So wurde Wagner ebenfalls ein Teil der Gralsgeschichte. Zumindest musikalisch. Hier verbanden sich die Themen Musik und Film zu einer gewaltigen Bühne für die Darstellung des Grals. Wer den Film kennt, weiß auch was ich meine wenn ich sage, dass ich jedes Mal eine Gänsehaut bekomme, wenn das Schwert zu Wagners Musik aus dem Wasser gehoben wird.

Aber worin liegt die Faszination des Grals? Warum taucht das Ding immer wieder auf? Für mich ist die Erklärung ganz einfach. Viele Menschen wünschen sich einen Beweis für die Existenz Gottes. Etwas zu glauben ist schön. Etwas sicher zu wissen ist besser. Und da setzen all die Autoren ein, die Abenteurer und Sucher. Es gibt so viele Bücher über den Gral. Und vor allem Menschen, die sicher sind, den echten, den „richtigen„“ Gral gefunden zu haben. Hieb- und stichfeste Beweise? Keine Chance. Deshalb ist es ja auch nie ein promovierter Archäologe oder Professor, der behauptet, er hätte den Gral entdeckt. Die Wissenschaft macht keine Gefangenen. Und hat die unangenehme Eigenschaft, die Erkenntnisse dieser „Gralssucher“ gnadenlos zu zerfetzen. Was das jetzt über die Glaubhaftigkeit dieser selbst ernannten Gralssucher aussagt… Auch das überlasse ich gerne Ihrem persönlichen Urteil.

Egal. Die Faszination bleibt. Und dagegen spricht ja auch nichts. Wenn also die Existenz des Grals tatsächlich bewiesen werden könnte – von Universitäten und Fachleuten anerkannt, wohlgemerkt…! – dann hätten die Menschen doch auf einen Schlag den Beweis, den sie sich so sehr wünschen? Jesus hat gelebt! Jesus starb am Kreuz! Jesus ist von den Toten auferstanden! Jesus ist der Sohn Gottes! Gott existiert!

Ich für meinen Teil bezweifle die historische Figur Jesus in keinster Weise. Nachdem ich das Buch „Zelot“ von Reza Aslan gelesen hatte, bekam ich ein sehr realistisches Bild der Alltagssituation in Jerusalem vor 2000 Jahren. Reza Aslan ist ein iranisch-amerikanischer Religionswissenschaftler. Er ist Absolvent des renommierten Iowa Writers’ Workshop und lehrt heute kreatives Schreiben an der University of California, Riverside.

Ich liebe die religiös-romantisch verklärte Figur von Jesus und des Heiligen Grals genauso wie Millionen anderer Menschen auf diesem Planeten auch. Ich glaube nur nicht daran. Das ist eine Frage der persönlichen Ansichten und Einstellungen. Und niemand hat das Recht, anderen Menschen zu sagen, woran sie glauben sollen. Und da sind wir wieder beim Thema: Warum ist der Gral in den Medien so präsent? Er steht für die Sehnsucht der Menschen nach Frieden und Ruhe. Durchaus auch nach religiösem Frieden. Denn wenn es einen Gral gäbe, der quer durch alle Fakultäten, Disziplinen und Länder als historisch korrekt angesehen würde, könnte dies das gesamte Weltbild verschieben. Denn dann gäbe es eben einen Beweis für die Richtigkeit alter Schriften zu dem Thema.

Und so wurde der Gral über die Jahrhunderte hinweg vom sehnsuchtsvollen Gegenstand in Erzählungen am Lagerfeuer zum sehnsuchtsvollen Gegenstand in Filmen. Es gibt einen deutschen Roman mit dem Titel „Das Jesus Video“ von Andreas Eschenbach, der 1998 erschien. Gut, der Titel bei der Erscheinung lautete noch „Jesus Video“ und war ziemlich erfolglos. Erst 2000 wurde der Titel geändert in „Das Jesus Video“ und als Taschenbuch veröffentlicht. Und dann wurde es schnell zum verfilmten Bestseller. Mich hat daran fasziniert, dass mit der Idee gespielt wurde, dass es einen echten Beweis für die Existenz von Jesus gab.

An dieser Stelle nun ein Ausflug nach Palästina. Aus verschiedenen Quellen geht hervor, dass im Jahre 300 eine Frau aus Rom ihr Interesse am Christentum entdeckte und allem, was damit zusammenhing. Sie reiste nach Palästina und machte dort ziemlichen Wind. Sie konnte das. Denn ihr Name war Helena. Und sie war zufällig die Mutter des römischen Kaisers Constantin.

Und ich kann mir gut vorstellen, dass sich alle überschlagen haben, um bei der Mutter des Kaisers nicht in Ungnade zu fallen. Jedenfalls zeigte man ihr die Treppe, über die Jesus nach seiner Verurteilung angeblich geschritten war. Angeblich. Denn dieses Ereignis war zu dieser Zeit schon mehrere Jahrhunderte her und niemand, der damals dabei war, war noch am Leben. Und – das führe ich mir immer wieder vor Augen – damals war Jesus von Nazareth für die Römer nichts weiter als ein Revoluzzer. Ein zum Tode durch das Kreuz Verurteilter. Einer von Hunderten und Tausenden.

Damals gab es noch keine Zeitung und keine Fotos. Versuchen Sie mal in zweitausend Jahren zu rekonstruieren, an welcher Stelle genau Papst Urban seinen Aufruf zum Kreuzzug ins Heilige Land gestartet hat. Wird nicht funktionieren. Denn soviel ich weiß, lässt sich das nicht mal heute genau sagen. Und Urban war kein Rebell oder wurde hingerichtet. Der Mann nimmt in der Kirchengeschichte eine sehr wichtige – wenn für mich auch unrühmliche – Rolle ein. Und trotzdem kennt keiner die genaue Stelle… Ungefähr? Vielleicht. Genau? Nein.

Jedenfalls wurde Helena die besagte Treppe gezeigt – das konnte irgendeine beliebige Treppe gewesen sein – und dann kam die Überraschung, mit der keiner gerechnet hatte. Sie sagte wohl sowas wie: „Abbauen, einpacken und mitnehmen!“ So, wie man heute sagen würde: „Zwei Hamburger, Cola und Pommes - zum Mitnehmen“. Es war nämlich gar nicht George Lucas, der als erster mit Star Wars das große Geld mit Merchandise machte. Ich denke, das waren die Einwohner von Palästina.

Das Christentum wurde zwar erst um 350 bis 370 zur römischen Staatsreligion erhoben – weshalb auch heute noch von der römisch-katholischen Kirche gesprochen wird – aber das Christentum wurde bereits im Jahre 313 von Konstantin im “Toleranzedikt von Mailand“ privilegiert, um den Religionsfrieden zu sichern. Die Christenverfolgung wurde damit nämlich beendet. Jedenfalls ist historisch belegt, dass sich die Mutter des Kaisers sehr für das Christentum interessierte, denn sie sie ließ sich im Jahre 312 taufen. Sie wurde später auch noch zur Heiligen und zur Schutzpatronin der Nagelschmiede erklärt, weil sie die Kreuzigungsnägel von Jesus gefunden hatte. Ihr Gedenktag ist übrigens der 18. August.

Sie war jedenfalls noch öfter dort, und die Leute damals waren weder dumm noch einfältig. Im Gegenteil. Sie waren geschäftstüchtig! Denn ich denke, dass es ab jetzt um Profit ging! Jetzt - waren die Leute vorgewarnt… Jetzt - lag Geld in der Luft. Sesterzen, Schekel und Talente. Der amerikanische Dollar kam ja erst später. Um 1785.

Und es heißt, dass die Kaiserin Mutter bei ihrem nächsten Besuch an „historische“ Plätze geführt wurde. Jesus von Nazareth war hier, dann war er da, dann hat dort der Apostel soundso zu Mittag gegessen und das Kreuz wurde in dieser oder jener Werkstatt gefertigt. Garantiert! Und rein zufällig konnten sie der Kaiserin wohl auch anbieten, an diesen oder jenen Orten suchen zu lassen, ob nicht doch vielleicht noch Originale von damals zu finden seien. Natürlich würde man Geld dafür benötigen, um die Arbeiter zu bezahlen. Und obwohl die Mutter des Kaisers einige hilfreiche Dinge nicht hatte… Geld war vorhanden. Haufenweise. Und so hatte die glückliche Kaiserin vermutlich bald eine stattliche Sammlung zusammen. Splitter vom Kreuz, an dem Jesus starb, Tränen der Jungfrau Maria und so weiter. Ich hab’ mir gedacht, wenn es damals schon Baseballkappen gegeben hätte, bzw. wenn Jesus eine getragen hätte, dann hätten die ihr garantiert auch die authentische Baseball Cap von Jesus verkauft. Und genauso sicher hätten wir heute wahrscheinlich auch zwischen 500 und 600 dieser Caps, wovon selbstverständlich jede einzelne die „echte“ wäre… Garantiert authentisch, versteht sich. Ja, ich denke mir, Menschen sind so. Die tun sowas. Sollten sie sich in nur zweitausend Jahren so verändert haben? Ich denke nein.

Und noch was zur schönen Helena…, also zur Mutter des römischen Kaisers – nicht zur schönen Helena, wegen der letztendlich Troja komplett zerlegt wurde. Ich bin noch immer bei der Kaiserin Mutter… Das war nämlich diejenige, die den Bau der Grabeskirche in Jerusalem in Auftrag gab. Und zwar an genau der Stelle, die ihr damals von den Leuten gezeigt wurde, die locker 300 Jahre nach der ganzen Geschichte geboren wurden.

Abgesehen davon habe ich in mehreren Arbeiten gelesen, dass Jesus gar nicht in Bethlehem, sondern tatsächlich in Nazareth geboren wurde. Die Reise nach Bethlehem und die dortige Geburt wurde angeblich im Nachhinein erfunden, um der Prophezeiung der Bibel zu entsprechen. Und um das zu tun, musste der spätere Messias – „Der Gesalbte“ – nämlich aus dem Geschlecht Davids und somit aus Bethlehem kommen.

An dieser Stelle fällt mir noch ein anderer, bedeutender Mythos ein: Im hebräischen Original der Bibel ist nur von einer „Jungen Frau“ die Rede, wenn von der Mutter von Jesus gesprochen wird. Damals war griechisch die Amtssprache. So, wie heute weltweit Englisch gesprochen wird. Und bei der Übersetzung vom Hebräischen in’s Griechische wurde aus der jungen Frau Maria, ganz plötzlich die Jungfrau Maria. Heute nennt man sowas „Stille Post“. Die „Unbefleckte Empfängnis“ nennt man übrigens wissenschaftlich korrekt „Parthenogenese“. Leider wird sie für höhere Säugetiere – also auch für Menschen – als schwierig bis unmöglich angesehen… Wissen Sie – ich bin kein Wissenschaftler oder Theologe. Ich will auch niemandem zu nahetreten. Aber mich würde es nicht stören, wenn Maria keine Jungfrau gewesen wäre. Und meinem Glauben tut es auch keinen Abbruch.

Eine Anekdote habe ich noch. Was all die „Funde“ angeht, die so absolut authentisch und echt sein sollen… Da gibt es eine Kleinigkeit, die immer wieder gerne übersehen wird. Ich hab das nämlich selber nicht gewusst, bis ich darauf gestoßen bin, weil ich mich sehr für das Thema interessiere. Nämlich, dass die Stadt Jerusalem im Jahre 70 total zerstört wurde! Die Juden hatten die Römer im Jahre 66 tatsächlich aus ihrem Land geworfen. Sie hatten dann auch vier glorreiche Jahre. Bis die Römer zurück kamen. Und zwar in einer Gewaltorgie die ihresgleichen suchte. Senatus populusque romanus… Senat und Volk von Rom. Die Römer wollten klar zeigen, dass mit dem Imperium Romanum nicht zu spaßen sei. Es gab nur eine kurze Belagerung, bis die Römer in die Stadt kamen. Sie töteten alles und jeden, der ihnen in die Hände fiel. Einen Großteil der Leichen türmten die Römer auf dem Tempelberg auf. Es heißt sogar, dass das Blut die gepflasterten Straßen hinab lief.

Sie fragen sich jetzt vermutlich, was das mit dem Gral zu tun hat. Ganz einfach: Die Römer brannten nicht nur den Tempel nieder, sondern die gesamte Stadt. Die umliegenden Gehöfte und Plantagen. Einfach alles. Zehntausende von Juden waren tot. Die wenigen Überlebenden verließen die Stadt in Ketten. Der jüdische Historiker Flavius Josephus schrieb im ersten Jahrhundert, dass es kein Zeugnis mehr gab, dass Jerusalem jemals bewohnt war. Der östliche Teil Jerusalems war dem Erdboden gleichgemacht worden. Da gab es nichts mehr. Die Römer waren da offensichtlich extrem humorlos. Und das ist zur Abwechslung mal nicht meine persönliche Ansicht - das ist Geschichte.

Jedenfalls wird später berichtet, dass diese Achatschale nach Rom gebracht wurde. Da frage ich mich nur – von wem denn? Denn so, wie die politische Lage war, kann ich mir nicht vorstellen, dass das die Römer waren.

Jedenfalls gibt es Legenden, die besagen, dass ein Mann namens Laurentius den Gral von Rom aus nach Spanien, in seine Heimat schickte, um ihn zu beschützen. Es heißt, dass der gute Mann auf das Übelste gefoltert wurde, sein Geheimnis aber für sich behielt. Von Rom aus war der „Gral“ also nicht mehr nachzuverfolgen. Meine persönliche Idee ist die, dass irgendwas erfunden werden musste, um zu erklären, warum der Gral ausgerechnet in Spanien auftauchte.

Genau wie die Geschichte um die Volkszählung, die Maria und Josef nach Bethlehem brachte, damit das Kind den Prophezeiungen entsprechend in Bethlehem geboren werden konnte. Oder die Geschichte, dass Herodes alle Erstgeborenen töten ließ. Das gilt unter Historikern als reine Propaganda, um Herodes schlechter zu machen als er tatsächlich war. Soviel dazu.

Im 8. Jahrhundert wurde Spanien von den Mauren angegriffen und die dortigen Christen, die wohl wussten, wo der Gral steckte, brachten ihn in Sicherheit. Zum Thema Mauren und Spanien gibt es übrigens einen großartigen Film. „El Cid“ mit Charlton Heston und Sophia Loren. Und da Sie den vermutlich eher in die Finger bekommen werden als den Gral, sollten Sie ihn sich ansehen. Großes Kino!

Die „einfache“ Schale aus Achat, um die dann immer mehr Prunk, Gold und Diamanten herum gebaut wurden, ist seit 1437 in der Kathedrale von Valencia ausgestellt. Eben unter dem Namen „Santo Caliz“. Bleibt für mich nur noch die Frage, wie ein einfacher Zimmermann und Wanderprediger an eine Schale aus Achat gekommen sein soll. Klar waren solche Dinge immer zu finden. Bei Königen, Pharaonen und anderen, mächtigen Herrschern. Ein solcher Becher war schon damals unglaublich teuer.

Jedenfalls gibt es dafür auch eine schöne Erklärung. Die Essener. Damals so eine Art Herrenclub – nur ohne Mitgliedskarte – waren sie eine radikale religiöse Gemeinschaft, die streng asketisch lebte. Keine Frauen, keine Salbung, kein Treueschwur für Herodes – der das denen auch noch hat durchgehen lassen… Und vor allem: Kein Besitz. Die Theorie geht dahin, dass für bestimmte Feste durchaus prunkvolle Gefäße verwendet wurden und dass Jesus bei einer Feier der Essener aus einem solchen getrunken haben soll.

Wenn da nicht die Geschichte mit dem Asketentum und der Besitzlosigkeit gewesen wäre… Und um es noch ein wenig schwieriger zu machen – seit 1952 war es die weit verbreitete und meist anerkannte Theorie, dass die Essener die Bewohner von Qumran gewesen sein sollten. Sie kennen vielleicht die Geschichte von den Schriftrollen in Tonkrügen, die in den Höhlen von Qumran gefunden wurden. Nur dumm, dass diese These aufgrund aktueller Funde mittlerweile in Frage gestellt und stellenweise sogar bestritten wird. Soviel dazu. Felsenfeste Beweise dafür – und felsenfeste Beweise dagegen. Suchen Sie sich gerne was aus. Wirklich gesicherte Erkenntnisse? Ich weiß nicht… Ich kenne keine.

So. Aber jetzt eine Bitte an all diejenigen, die sich eine schöne Geschichte nicht kaputt machen lassen wollen. Denn nun kommen ein paar Dinge, die ein ganz anderes Licht auf die Geschichte werfen. Natürlich gilt auch hier: Die einen halten es für belegte und bewiesene Wahrheit, die anderen sehen es als fehlgedeutete Mythologie. Aber vielleicht machen Sie sich besser selbst ein Bild davon.

Die Legende der Heiligen Schale und die Legende des Heiligen Speeres – der Speer, der Jesus angeblich in die Seite gestoßen wurde – kommen Experten und Erkenntnissen von Fachleuten zufolge aus dem alten Indien. Die Schale, das goldene Trinkgefäß war damals wohl ein Symbol für die Sonne. Ein Becher, aus dem Fruchtbarkeit und Wachstum auf die Erde ausgegossen wurde. Der Speer war die Waffe des antiken indischen Gottes „Indra“. Ein Speer in Form eines Blitzes. Der hat es dann übrigens auch nach Griechenland geschafft. Als „Speer“ des Göttervaters Zeus, der immer mit einem Blitz als Waffe abgebildet wird.

Und um auch gleich hier ein paar Dinge zu sagen, die mich verwirrt haben: Metallurgische Untersuchungen der Montanuniversität Leoben in Österreich zeigten schon 1914, dass die Heilige Lanze erst im 8. Jahrhundert nach Christus nach dem Muster einer karolingischen Flügellanze hergestellt worden sein kann.

Auf dem Hoftag zu Worms 926 erwarb König Heinrich I. die “Heilige Lanze” vom burgundischen König Rudolf II., der sie 922 vom Grafen Samson samt Herrschaft über Italien erhalten hatte, im Austausch gegen die Südwestecke des Ostfrankenreichs. Heute die drittgrößte Stadt der Schweiz, nämlich Basel. Eine erstmalige umfangreiche Beschreibung der Lanze findet sich übrigens erst um das Jahr 961 bei Liutprand von Cremona, einem Geschichtsschreiber aus der Zeit Otto I. Der schreibt über das Aussehen der Lanze: „Die Lanze war anders als die sonstigen Lanzen, nach Art und Gestalt etwas Neues, insofern als das Eisen beiderseits des Grats Öffnungen hat, und statt der kurzen seitwärts gerichteten Zweige erstrecken sich zwei sehr schöne Schneiden bis zum Abfall des Mittelgrats …

Und auf dem Dorn, den ich vorher den Grat nannte, trug sie Kreuze aus den Nägeln, die durch die Hände und Füße unseres Herrn und Erlösers Jesu Christi geschlagen waren…“. Da waren sie wieder, die Nägel…, die mich nicht schlafen lassen.

Die Legende der „Heiligen“ Schale und des mindestens genauso Heiligen Speeres wurde über mehrere Jahrhunderte hinweg vom indogermanischen Volk der Arier bis in die Gebiete der späteren Germanen gebracht. Genau genommen wurden alle Volksstämme, die die indogermanischen Sprachen verwendeten als Arier bezeichnet. Soviel zu den Nationalsozialisten, die dumm genug waren, sich auf die „arischen“ Vorfahren zu berufen. Denn erst seit Gustaf Kossinna 1902 bzw. Herman Hirt 1905 die indogermanische Geschichte ablehnten und eine nordische bzw. skandinavische Herkunft unserer Vorfahren feststellten, gab es kein Halten mehr. Von da an waren die Arier blond und blauäugig. Tja, Adolf. Leider falsch.

Die Arier waren also noch lange vor den Germanen dran und eben die brachten wohl die Legende des Heiligen Bechers und der Lanze als alten Volksglauben und Religion mit sich. Dann kam das Christentum und belegte bekannte Feiertage der Bevölkerung mit anderen Inhalten und so wurden über Jahrzehnte hinweg aus heidnischen Ritualen christliche Feiertage. So wurde zum Beispiel aus dem Dankfest für die Fruchtbarkeitsgöttin „Ostara“ das christliche Osterfest. Ostara – Ostern…

Und wenn Sie sich noch fragen, ich hab’ das nämlich auch getan, woher der Osterhase kommt. Wie es sein kann, dass ein Hase an Ostern Eier bringt… Das Symbol der Göttin Ostara war…ein Hase.

Der 24. Dezember war ein römischer Feiertag zum Gedenken des Sieges der Römer: Kaiser Aurelian über Zenobia, die Königin von Palmyra. Ein angrenzendes, mächtiges Land. Rom war noch nicht die spätere Supermacht und diese Schlacht eine Art „Alles oder Nichts“ für Rom. Die Römer waren siegreich und zum Gedenken an diesen schicksalshaften Tag wurde dieses Datum zu einem der wichtigsten Feiertage im alten Rom. Und was dann aus dem 24. Dezember wurde, erleben wir jedes Jahr in den Kaufhäusern.

Wie ich die Sache sehe – und übrigens auch viele Forscher – wurde die Geschichte der Schale, aus der Sonnenlicht und Wachstum auf die Erde gegossen wurde, ebenfalls von den Christen übernommen. Und so wurde daraus der Becher, den Jesus beim letzten Abendmahl in Händen hatte. So richtig populär wurde das Ganze aber erst im späten 12. Jahrhundert, als der Gral in vielen Variationen in die Artus Legende aufgenommen wurde.

Welche Erkenntnisse können wir aus der ganzen Sache gewinnen? Im Grunde genommen, ist dies eine Frage, mit der ein jeder von uns alleine gelassen wird. Einfach deshalb, weil sich bei diesen Themen Wissenschaft, Wahrheit und Glaube oftmals diametral gegenüberstehen. Mit anderen Worten: Die Einen finden Hinweise, die Anderen glauben fest daran, und dann kommt die Wissenschaft und fegt alles mit Fakten vom Tisch. Ich hatte dies bereits eingangs gesagt – ob es nun das Grabtuch von Turin sei, Splitter vom Kreuz, an dem Jesus starb, oder eben der Heilige Gral. Das Schöne an diesen Dingen ist, dass sie – trotz vermeintlich schlagender Beweise – immer noch Dinge sind, an die man glauben kann. Wenn man möchte.

Der christliche Theologe Rudolf Bultman, der 1976 verstarb, schrieb bereits 1921 das Buch „Die Geschichte der synoptischen Tradition“, das bis 1970 in acht Auflagen erschien. Er war ein kritischer Geist, der versuchte die Bibel durch Entmythologisierung in die Gegenwart zu transportieren, in einer modernen Zeit zu formulieren. Er pflegte zu sagen, dass die Suche nach dem historischen Jesus letztendlich eine innere Suche sei.

Es gibt die schöne Zeile des US-amerikanischen Dichters Carl August Sandburg: „The people, yes – sometimes they give a war and nobody will come…“. Im Deutschen - „Stell’ dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin…“ Das ist übrigens tatsächlich von Carl August Sandburg und nicht von Brecht. Das wird dem guten Mann nur fälschlich zugeschrieben.

Auf unser Thema übertragen, könnte man sagen „Stell’ dir vor, es wird bewiesen, dass Jesus niemals auferstanden ist, aber niemanden interessiert das - denn die Menschen wollen daran glauben…“. Ja – glauben heißt nicht wissen. Aber in der Geschichte der Menschheit haben wissenschaftliche Erkenntnisse zwar vieles – aber nur selten den Glauben ersetzt. Irgendwie und in manchen Bereichen ist das auch in Ordnung. Denn, stellen Sie sich vor, es gäbe nichts mehr, woran wir glauben könnten, weil alles erklärt wurde. Das wäre wohl ziemlich traurig, nicht wahr?

Denn Glaube… bedeutet auch Hoffnung…

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