Sissi Perlinger

Sissi Perlingers neue Lieder bei Radio 39
Elementesong:
Sei dein Archetyp

Scheitern

In unserem Werkzeugkasten haben wir unterschiedliche Materialien mit verschiedenen Qualitäten: Metall ist schwer, hart und leitet Hitze. Holz ist das genaue Gegenteil, deswegen aber nicht schlechter, sondern nur anders. Beim Menschen ist es eigentlich ganz ähnlich: Auch wir sind sehr unterschiedlich veranlagt. Und wir werden seit Jahrtausenden mit Elementen verglichen.

Sissi's Werkzeugkasten

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Scheitern

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Sissi Perlinger - Mal so nur unter uns...

Sissi Perlinger als Freundin? So richtig dicke? Eng? Mit einer Tasse Tee an einem Sonntag Nachmittag? Frauengespräche führen? Geht das?

Und wie! Denn Sissi ist die beste Freundin, die man sich vorstellen kann: Weise Frau, echter Kumpel, zum Pferdestehlen, mit jeder Menge Humor dabei, aber das ist selbstredend.

Exklusiv für Radio 39 hat Sissi die Werkzeugkasten-Tipps für alle Schräglagen des Lebens entwickelt. Die sind genau so gemacht und gedacht. Zum Anhören gibt es sie in der Mediathek und zum Nachlesen hier! Also Sissi, leg los:

Heute reden wir mal über die verschiedensten Elemente. Wir haben in unserem Werkzeugkasten ganz unterschiedliche Materialien, und die haben ganz verschiedene Qualitäten. Also, was weiß ich, Metall ist schwer und hart und leitet Hitze. Und Holz ist das genaue Gegenteil, deswegen jetzt aber nicht schlechter, sondern nur anders. Und man muss die verschiedenen Materialien richtig einsetzen, wenn man ein befriedigendes Ergebnis erzielen will.

Beim Menschen ist es eigentlich ganz ähnlich: Also auch Menschen sind sehr, sehr unterschiedlich veranlagt. Und auch wir werden ja seit Jahrtausenden mit Elementen verglichen. Jeder hat völlig andere Vorlieben oder Sehnsüchte oder Stärken. Und die Astrologie wird hierzulande zwar sehr verlacht, aber das liegt meiner Meinung eher daran, dass man sich halt nur sehr oberflächlich mit ihr auseinandergesetzt hat. Ich glaube, je tiefer man thematisch reingeht, umso mehr Wahrheit kann man entdecken. Aber dafür muss man auch wirklich differenziert damit umgehen. Und die Beschäftigung mit der eigenen Veranlagung, habe ich als ganz, ganz wichtig empfunden.

Ich wurde auf den Begriff der Archetypen aufmerksam, als ich dieses Buch der amerikanischen Therapeutin Jean Shinoda Bolen gelesen habe, die erkannte, dass alle ihre Patienten ganz starke Ähnlichkeiten mit verschiedenen griechischen Gottheiten hatten. Und da gibt es jetzt wirklich ganz unterschiedliche Persönlichkeitsstrukturen. Eine Aphrodite zum Beispiel, bei der geht es nur um Sinnlichkeit und Verführung, um das Liebesspiel und so. Eine Athene ist eine ganz strategische, kühle, eher kopfige Frau. Eine Hera, die Ehefrau von Zeus, ist eine ganz auf die Beziehung konzentrierte Frau. Das sind die Frauen, die wirklich hinter ihren Männern stehen und ihnen den Rücken stärken, damit sie Karriere machen. Sie sind sehr eifersüchtig, beißen alle anderen Frauen weg und definieren sich unheimlich über den Mann an ihrer Seite.

Und die Artemis ist eine, die schon ganz früh zu ihrem Vater Zeus gesagt hat „Bitte lass mich keine Kinder kriegen. Ich will nie heiraten. Ich will frei bleiben“. Und auch damals schon mit Leopardenfellen und ihren Hunden durch die Wildnis gestromert ist. Sie ist eigentlich die Vorläuferin der Schamanin, die dann später zur Hexe wurde. Die Artemis hat in der Stadt immer Gesang und Tanz angeführt und dann ist sie wieder zurück in den Wald gegangen. Sie ist quasi die Heckenhopserin, die Haga Zussa, die später zur Hexe wurde, und dafür zuständig war, die ganzen heilsamen Kräuter aus dem Wald in die Zivilisation zu bringen. Aber auch für die heilsamen Rituale. Und diese Informationen waren für mich natürlich ganz wertvoll zu erfahren, weil ich das gleiche heute auf meiner Bühne sogar viel bewusster mache. Dass ich wirklich sage, ich gehe mit dem Publikum an die Abgründe heran, wir schauen da rein und wir lösen das alles in einem heilsamen Gelächter auf. Es ist ja quasi mein Beruf geworden, Bühnenschamanin zu sein.

In meiner Freizeit habe ich dann angefangen darauf zu achten, wer wohl welcher Archetyp ist. Und mir ist aufgefallen, dass ich das am besten am Strand erkennen kann. Dort hast du wirklich die verschiedenen Elemente alle zur Auswahl. Erde, Wasser, Feuer oder Luft. Und da kann man genau erkennen, wer in seiner Freizeit am liebsten mit welchem Element spielt.

Gott sei Dank gibt es heutzutage an fast jedem Strand, der was auf sich hält, auch ein paar Trommler. Und genau da bin ich dann. Und zwar tanze ich erst einmal wild ums Lagerfeuer herum. Und wenn ich dann völlig erschöpft bin, greife ich zu meiner Disnar und wirble mir dann den Arsch ab. Also das ist mein Ding. Ich will tanzen. Ich bin Schützin und ich will ums Feuer tanzen. Und ich brauche Musik zum glücklich sein. Ich bin Musikerin und mein Archetyp ist Künstler. Und der Archetyp Künstler, der will immer irgendetwas Kreatives machen. Und wenn ein Künstler Bäcker wird, dann erfindet er eben eine neue Brezelform. Wichtig ist jedenfalls, dass man weiß, wer man ist und was man wirklich braucht zum glücklich sein. Ja, und dann ist das Leben schlagartig nicht mehr so ein All-Inklusiv-Hotel-Buffet, wo man sich alles wahllos reinstopft. Sondern man weiß genau, da in der Ecke bin ich daheim, da kann ich meine Stärken entwickeln und zu meinem höchsten Potenzial finden.

Also ich habe es an allen Ecken und Enden gespürt in meinem Leben, als ich auf dem richtigen Dampfer war. Plötzlich ist mir alles leicht von der Hand gegangen. Plötzlich war ich nicht mehr krank. Plötzlich habe ich einfach nur noch bestimmte Dinge anstupsen müssen und schon haben sie funktioniert. Die Existenz öffnet sich und kommt einem geradezu mit Siebenmeilenstiefeln entgegen, wenn man auf dem richtigen Weg ist. Wenn man auf dem Holzweg ist, wird der langsam morsch und bröckelt dir unter den Füßen weg. Man merkt das daran, dass man sich unwohl fühlt, dass man Unfälle hat, dass man kränklich wird, dass man keine guten Rückmeldungen kriegt. Man merkt das an tausend kleinen Anzeichen. Und die meisten Leute warten leider – wie ich damals –, bis sie volle Kanne mit dem Kopf gegen die Wand laufen und ein richtig böses Erwachen mit einer schlimmen Krise durchleben müssen, bis sie kapieren, „Moment einmal, ich bin auf dem falschen Dampfer“.

Also mein Werkzeugkasten-Tipp ist: Das einfach mal durchspielen, ruhig auch mit Freunden. Was ist genau mein Ding, was hasse ich wie die Pest? Was schmeckt mir total? Wovon wird es mir schon schlecht, wenn ich bloß daran denke? Und wenn man da mal eine ganze Liste zusammengesammelt hat an Informationen, dann weiß man schon wesentlich mehr über das eigene Element und den eigenen Archetypen.

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